Aktuelles

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Ihr Team des Weltladens Leonberg

Wir sind dabei! Genaueres erfahren Sie unter www.leonberg-bringts.de

Auswirkungen der Pandemie auf die Handelspartner am Beispiel der Gepa

Die Handelspartner der Gepa sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Sie wissen nicht, wann sie ihre Waren wieder exportieren können. Das zeigt das Beispiel Indien, wo in den letzten Monaten die Infektionszahlen steil angestiegen waren. Davor exportierte Indien sogar im eigenen Land entwickelte Corona-Impfstoffe in stärker von der Pandemie betroffene Staaten. Gründe für die stark steigende Zahl an Infizierten waren Großveranstaltungen im Wahlkampf von Premierminister Modi, religiöse Feste mit Millionen Teilnehmern sowie die neu auftretende Delta-Variante des Virus.

Die Folgen waren ein Zusammenbruch des indischen Gesundheitssystems und Lockdowns in den meisten Städten und Bundesstaaten. Betroffene vor Ort schildern die Lage als äußerst dramatisch und als Albtraum. Viele Wanderarbeiter kehrten in ihre Bundesstaaten zurück, wo sie keine Arbeit fanden, ihre Familien belasteten und zur weiteren Verbreitung des Virus beitrugen.

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Normales Arbeiten, wie auf dem Foto, ist in Indien im Augenblick nicht möglich

(Foto: GEPA – The Fair Trade Company / Christina Morandell)

Nur in kleinen Betrieben konnten Handwerker und ihre Familien weiterarbeiten sowie Angestellte großer Firmen, die von zu Hause ihrem Beruf nachgingen. Da in Indien hergestellte Handwerksprodukte vor allem in den Monaten Juni bis August per Schiff exportiert werden, dürfte sich deren Verschiffung dieses Jahr deutlich verzögern.

Deshalb erhalten die Gepa-Partner Unterstützung durch Hilfsgelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, durch die Gepa  und vor allem durch langfristige Handelsverträge zu fairen Konditionen.

(Quelle: https://www.gepa.de/home/meldungen/ein-jahr-corona.html – 09.06.2021)

„FAIR STATT MEHR“ – FAIRE WOCHE 2020

Die Faire Woche vom 11. bis zum 25. September beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Frage, wie ein gutes Leben für möglichst viele Menschen erreicht werden kann. Wie müssen Produktions- und Konsummuster aussehen, damit sie nicht zu Lasten von Mensch und Natur gehen? Was kann der Faire Handel dazu beitragen und welchen Beitrag kann jede*r einzelne von uns leisten?

Mehr als 1 Mrd. Menschen leiden unter Hunger und Armut, Klimawandel und Artensterben gefährden unsere Lebensgrundlage und wachsende soziale Spannungen bedrohen in vielen Ländern die Demokratie. Und wie so häufig sind es die Menschen im Globalen Süden, die am stärksten von den Folgen betroffen sind. Diese Krisen werden aktuell durch die Corona-Pandemie noch verstärkt.

Der Maßstab für unsere Produktions- und Konsummuster darf nicht mehr sein, was wir uns vermeintlich leisten können, sondern was die Belastbarkeit der Erde zulässt – damit alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben, ein gutes Leben zu führen.

FAIRE WOCHE IM LEONBERGER WELTLADEN

Dieses Jahr standen zwei Unternehmen und ihre Produkte besonders im Fokus:

SEKEM – Ägypten

1977 gründet Dr. Ibrahim Abouleish auf einem 70 ha großen Stück Wüste, etwa 60 km nordöstlich von Kairo, sein Landwirtschafts-Projekt unter biologischen Gesichtspunkten. Der Gründer studierte in den 60iger Jahren Chemie und Medizin in Österreich und kam mit den anthropologischen Ideen in Berührung.

Ab Anfang der 80iger Jahre exportiert SEKEM Heilkräuter und Gewürze ins Ausland. Auch in Ägypten kommen die Bioprodukte unter dem Label ISIS auf den Markt. 1986 wurde ATOS Pharma als internationale Gesellschaft mit u.a. der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) gegründet. In den 90iger Jahren folgte NatureTex: Ägyptische Bio-Baumwolle – woraus vor allem Babykleidung hergestellt wird (erhältlich z. B. in dm-Drogeriemärkten). Darüber hinaus wurde Obst und Gemüse angebaut, Gewächshäuser angelegt und Ställe für Kühe und Hühner gebaut. Die Produkte sind nach Demeter-, Fair-Trade- und Global Organic Textile (GOTS)-Standards zertifiziert.

Die MitarbeiterInnen vor dem Produktionsgebäude

2003 wurde Dr. Abouleish der alternative Nobelpreis überreicht. Viele weitere nationale und internationale Preise folgen.

2017 stirbt Dr. Abouleish im Alter von 80 Jahren, sein Sohn Helmy Abouleish übernimmt die Geschäftsleitung. Helmy Abouleish ist seit 2018 Präsident der Internationalen Demeter Vereinigung.

Teeproduktion

Da Ibrahim Abouleish von den anthroposophischen Ideen begeistert war, folgten im Laufe der Jahre – nach den Prinzipien der Ganzheitlichkeit – die Einrichtung eines Kindergartens und einer Grundschule, eines Berufsausbildungszentrums und einer Gesundheitsstation, mit dem Fokus auf Frauen- und Kinderheilkunde. Daneben gibt es Alphabetisierungskurse und spezielle Frauenförderungsangebote – Sekem hat seit vielen Jahren eine Genderbeautragte. Auch Kunst- und Kulturkurse werden auf dem weitläufigen Farmgelände angeboten. Mit der Universität Heliopolis bestehen enge Kontakte im Bereich Wasser- und Umweltschutz und 2018 wurde die erste Fakultät Organischer Landbau in Ägypten eröffnet.

SMATERIA – Kambodscha

Smateria ist ein Eco-Fashion Label, das 2006 von zwei Italienerinnen (Jennifer Morellato und Elisa Lion) in Kambodscha gegründet wurde.

Smateria kreiert Taschen und Accessoires, die Mode, Verspieltheit und soziales Bewusstsein miteinander verbinden. Ihre Leidenschaft liegt darin, ungewöhnliche Materialien zu innovativen und modischen Produkten zu verarbeiten. Sie verwenden wo immer möglich recycelte Materialien, Upcycling-PU-Leder und Plastiktüten. Die Betreiber wollen etwas schaffen, das fair hergestellt wird, das innovativ ist und Kreativi­tät ausstrahlt.

Smateria-Laden in Siam Riap

Die rund 130 Mitarbeiter/-innen (etwa 80% Frauen) des Unternehmens haben geregelte Arbeitszeiten, Überstunden werden bezahlt, sie erhalten bezahlten Urlaub und haben einen umfassenden Versicherungsschutz.

Näherin in Phnom Penh

Seit Herbst 2011 gibt es ein Day-Care-Zentrum auf dem Gelände; so können die Mitarbeiter/-innen Beruf und Familie gut verbinden. Darüber hinaus gibt es Leistungen wie Englischunterricht, Krankenversicherung, Sparkonten und Schulungen zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Karrieren für alle Mitarbeiter/-innen.

Fairer Handel in der Corona-Krise

In vielen Ländern des globalen Südens, in denen die größte Armut herrscht, sind die Folgen der gegenwärtigen Corona-Pandemie stark zu spüren. In zahlreichen Staaten wurden Ausgangssperren verhängt, so dass die Bäuerinnen, Bauern, Handwerkerinnen und Handwerker weder arbeiten noch fertige Produkte exportieren können. Da sie keine finanziellen Reserven aufbauen konnten, sind sie durch die staatlichen Vorsorgemaßnahmen besonders betroffen.

Im Gegensatz zu uns gibt es für sie keine öffentlichen Hilfspakete wie Kurzarbeitergeld oder Finanzhilfen. Die Kleinbetriebe sind oft nicht kreditwürdig oder würden Kredite nur zu Wucherzinsen bekommen. Die Menschen stehen deshalb vor dem Nichts.

Als Folgen drohen Ernährungs- und Versorgungsmängel, oft noch verschärft durch Naturkatastrophen wie Dürre oder Heuschreckenplage.

Desolate Gesundheitssysteme, das Fehlen von Tests, Schutzkleidung, Schutzmasken und fehlende Hygiene-Möglichkeiten gestalten den Kampf gegen das Virus zudem extrem schwierig.

Deshalb versuchen Handelsorganisationen des Fairen Handels den Betroffenen vor Ort durch Soforthilfen, aber vor allem durch die Zusicherung langfristiger Handelsbeziehung eine Perspektive zu geben.

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